Santo Antão

Santo Antão, die nordwestlichste und zweitgrößte Insel des Kapverdischen Archipels, ist zugleich die gebirgigste. Die steilen Berge sind besonders im feuchten Nordosten terrassiert, um Anbauflächen für die Landwirtschaft zu gewinnen und die Hänge vor Bodenerosion zu schützen.

Die Täler auf der Luvseite Santo Antãos sind grün und üppig. Bananenpflanzen, Kaffeesträucher, Papayas, Zuckerrohr und Mais beherrschen das Bild. Schmale Pfade schlängeln sich die Berge empor und dienen den Einheimischen oft als einzige Verbindung zwischen den Orten. Santo Antão ist hervorragend zum Bergwandern geeignet, Strände hingegen sind rar.

Die größeren Orte befinden sich vor allem im grünen Nordosten: Ribeira Grande, Ponta do Sol und Paúl. Das Tal von Paúl ist das wasserreichste des gesamten Archipels. Im Gegensatz dazu ist der südliche Teil der Insel trocken und kahl. Der größte Ort dort ist Porto Novo, der Hafen hinüber zur nicht weit entfernten Insel São Vicente mit der Hafenstadt Mindelo.

Fläche
Hauptort
779 km² (Rang 2)
Ribeira Grande
Einwohner
Hafen
47.170 (Rang 3)
Porto Novo
Bevölkerungsdichte
Flugplatz
61 Einwohner/km² (Rang 6)
(Ponta do Sol)
Höchster Berg
Lage
Tope de Coroa, 1.979 m (Rang 2)
Barlavento, nordwestlichste Insel

Ribeira Grande
Der Hauptort von Santo Antão hat ca. 3.000 Einwohner und liegt an der Mündung des breiten Tales Ribeira Grande in den Atlantik. Das Städtchen beherbergt ein Krankenhaus und ein Gymnasium. Im Zentrum befindet sich die mächtige Kathedrale, die der Bischof im 18. Jahrhundert erbauen ließ. Von Ribeira Grande begann die Besiedelung der Insel.

Ponta do Sol
Ponta do Sol, der "Sonnenpunkt" liegt auf einer Landzunge im äußersten Norden von Santo Antão und ist damit auch der nördlichste Punkt der Inselgruppe überhaupt, sozusagen das "Nordkap" der Kapverden. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dieser Ort gegründet, weil Ribeira Grande unter Platzmangel litt. Jüdische Familien aus Casablanca und Tanger siedelten sich hier an und handelten mit Kaffee. Heute ist Ponta do Sol aufgrund guter Übernachtungsmöglichkeiten der beste Ausgangspunkt für Inselwanderungen.

Fontainhas
Eine der schönsten Ortschaften Santo Antãos ist Fontainhas an der Nordküste unweit von Ponta do Sol. Auf einem Bergvorsprung hängt dieses Dorf mitten an einer steilen Bergwand, umgeben von einer herrlichen Terrassenlandschaft.

Cova Krater
Die Caldeira des Cova-Kraters ist einer der markantesten Punkte im Ostteil der Insel. Diese Caldeira bildet die Grenze der drei Distrikte Santo Antãos. Von hier entwässern einige Ribeiras wie die Ribeira do Pául sowie die Ribeira da Torre, die in die Ribeira Grande mündet.

Ribeira do Paúl
Die Ribeira do Paúl im Nordosten von Santo Antão gilt als das grünste Tal des gesamten Kapverdischen Archipels. Sie ist ein Zentrum des Zuckerrohr- und Kaffeeanbaus und bietet auch sonst für die Produktion verschiedenster landwirtschaftlicher Erzeugnisse die besten Voraussetzungen. Die Wanderung vom Cova-Krater bis nach Vila das Pombas, dem Verwaltungs-zentrum von Paúl an der Mündung der gleichnamigen Ribeira, ist die bekannteste Wanderstrecke der Insel.

Ribeira da Torre
Die Ribeira da Torre ist ein Seitental der Ribeira Grande und eine der schönsten Ribeiras der Kapverden überhaupt. Den Namen bekam sie von einem Berg, der das Tal dominiert und die Form eines Turmes (port. = torre) hat. Eine ca. fünfstündige Wanderung führt von der Küste am Inselhauptort Ribeira Grande durch die Ribeira da Torre bis zum Cova-Krater auf ca. 1.400 m Höhe.

Ribeira da Janela
Die Ribeira da Janela fällt vom Pico da Cruz, der höchsten Erhebung im Ostteil der Insel, nach Nordosten steil zum Meer hin ab. An der Mündung liegt der verschlafene Fischerort Janela. Zurzeit wird von hier aus eine neue Straße in Richtung Porto Novo gebaut.

Ribeira da Garça
Die Ribeira da Garça ist eines der ausgeprägten Erosionstäler im Inselnorden. Unweit der Küste befindet sich auf einem kleinen Plateau der Ort Chã d´Igreja. Die Ribeira da Garça mündet bei Cruzinha da Garça ins Meer. Von hier aus bietet sich eine Wanderung an der Nordküste von Santo Antão über Corvo und Fontainhas nach Ponta do Sol an.

Alto Mira
Die Ribeira do Alto Mira ist ein ausgeprägtes Kesseltal, das etwa von der Inselmitte nach Nordwesten entwässert und bereits zum Bezirk Porto Novo gehört. Während der am höchsten gelegene Ortsteil Alto Mira III noch über eine Passstraße an das Straßennetz angebunden ist, sind die Ortsteile Alto Mira II und Alto Mira I nur über Eselpfade zu erreichen.

Porto Novo
Porto Novo an der Südküste ist mit 5.000 Einwohnern die größte Siedlung der Insel. Porto Novo ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Bezirkes und der Hafen von Santo Antão. Von hier geht die Fähre zur Hafenstadt Mindelo auf der Insel São Vicente. Einst war Porto Novo ein wichtiger Umschlagplatz für Puzzolanerde. Die Umgebung von Porto Novo sowie der gesamte Südteil der Insel haben seit den 1960er Jahren mit einer anhaltenden Dürre zu kämpfen.

Tarrafal de Monte Trigo
Ganz im Südwesten der Insel liegt das Fischerdorf Tarrafal. Tarrafal besitzt den besten Strand von Santo Antão und gehört zu den heißesten Orten des Archipels. Das Tal von Tarrafal de Monte Trigo ist aufgrund einer ergiebigen Quelle eine grüne Oase mitten im ansonsten sehr trockenen Südwesten der Insel.

Tope de Coroa
Mit 1.979 m ist der Tope de Coroa der höchste Gipfel der Insel und gleichzeitig die zweithöchste Erhebung des Archipels.