Cabo Verde - Kapverdische Inseln


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Bevölkerung

Bevölkerungszahlen

Auf den Kapverden leben 434.625 Menschen (2000). Diese Zahl unterlag in der Vergangenheit starken Schwankungen, bedingt durch Dürren und daraus folgenden Hungersnöten und Emigration. Seit 1970 stieg die Zahl der Einwohner um 70 % [20], [21].

Die Inseln sind sehr verschieden stark besiedelt. Daher sagt die durchschnittliche Bevölkerungsdichte von 108 Einwohnern je km² nicht viel aus.

Bevölkerung der Kapverden (2000) [21]

     Insel

     Einwohner  

     Bevölkerungsdichte [EW/km²]  

     Santiago

     236.627  

    239  

     São Vicente

     67.163  

    296  

     Santo Antão

     47.170  

    61  

     Fogo

     37.421  

    79  

     Sal

     14.816  

    69  

     São Nicolau

     13.661  

    39  

     Brava

     6.804  

    106  

     Maio

     6.754  

    25  

     Boavista

     4.209  

    7   

Im Unterschied zu den Industrienationen wächst die Bevölkerung ständig (derzeit 2,4 % pro Jahr). In der Demografie spiegeln sich Hungersnöte und Emigration wider. So sind die heute 55- bis 65jährigen nur sehr schwach vertreten, aufgrund der Hungerkatastrophe in den 1940er Jahren [21].

Die Indikatoren für den Wohlstand einer Bevölkerung sind vergleichsweise günstig für ein afrikanisches Land. Die Analphabetenrate ist mittlerweile unter 20 % gesunken und die Lebenserwartung auf 71,6 Jahre für Frauen und 65,8 Jahre für Männer gestiegen [13], [21].

Der derzeitige Bevölkerungsstand ist der höchste, den es je auf den Kapverden gab. Es ist eine anhaltende Verstädterung zu beobachten. Immer mehr Menschen zieht es in die Städte Praia und Mindelo (mittlerweile mehr als die Hälfte der Bevölkerung) [21].

Während vor 20 Jahren die Geburtenrate besonders im ländlichen Raum noch sehr hoch lag und traditionell Großfamilien mit durchschnittlich sieben Kindern dominierten, ist die Rate mittlerweile auf 2,9 Kinder je Frau gesunken. Auch die Säuglingssterblichkeit ist in den Jahren seit der Unabhängigkeit stark zurück gegangen und ist für ein afrikanisches Land sehr gering [21].

Die Kapverdier

Die Bevölkerung der Kapverden besteht fast ausschließlich aus Mischlingen (Mulatten). Die Menschen auf dem Archipel haben Vorfahren aus vielen Gebieten der Welt. Siedelten zuerst Portugiesen auf den Inseln, folgten bald die Afrikaner, die aus Westafrika als Sklaven kamen. Hinzu kamen die europäischen Piraten und Juden aus Marokko, die es im 19. Jahrhundert auf die Kapverden zog [11].

Durch die Vermischung entstand eine eigene, kreolische Kultur, die sich nicht nur in genetischen Kapriolen der Bevölkerung niederschlägt, sondern auch in Musik und Kunst Einflüsse aus Europa, Afrika und Amerika wieder finden lässt [21].

Im Portugiesischen werden die Einwohner Caboverdeanos genannt, im Deutschen heißen sie Kapverdier (Quelle: Duden). Die offizielle amtliche Bezeichnung (Auswärtiges Amt) ist Kap-Verdier (Adjektiv entsprechend kapverdisch, bzw. kap-verdisch).

Die Emigranten

Die erste Welle der Emigration war im 19. Jahrhundert. Leute aus Brava heuerten bei amerikanischen Walfangschiffen an. Da die Walfangflotte der USA aus Massachusetts (New Bedford) kam, landeten später viele Menschen aus Brava, aber auch von Fogo in New Bedford und Boston. Heute leben in Massachusetts noch 350.000 Kapverdier [11].

Andere Kapverdier ließen sich anwerben für die Kakaoplantagen von São Tomé und Príncipe. Dort arbeiteten sie unter entwürdigenden Bedingungen [11].

Andere Ziele waren Brasilien, Angola und der Senegal. Aber auch nach Europa emigrierten zahlreiche Kapverdier, die zumeist bei niederländischen, skandinavischen oder deutschen Reedereien Arbeit fanden. Auch das Mutterland Portugal zog viele Leute an. In Portugal stellen die Kapverdier heute die größte Minderheit. Große Gemeinden gibt es auch in Paris, Rotterdam (ca. 15.000) und Luxemburg (ca. 6.000). Die größte Kapverdische Gemeinde innerhalb von Deutschland lebt in Hamburg [21].

Neuerdings gibt es auch eine Entwicklung zurück auf die Kapverden. Besonders die Regierung unter der MPD setzte alles daran, Kapverdier aus dem Ausland wieder in die Heimat zurückzuholen. So werden so genannten Remigranten viele Vergünstigungen wie z.B. günstige Kredite gewährt. Doch bringen die Remigranten auch Probleme mit sich. Die Zeitschrift Geo (1998) schrieb, dass die Rückkehrer wie eine Münze mit drei Seiten sind – einer guten und zwei schlechten. Die gute Seite ist, dass die Remigranten Kapital und Geschäftsbeziehungen mitbringen. Die schlechten: das ist zum einen das Wohlstandsgehabe der Rückkehrer, die gern die reiche Verwandtschaft aus Amerika spielen – ähnlich des Ost-West-Konflikts in Deutschland – zum anderen gesellen sich auch noch ein paar Mitbringsel aus Bostons Straßen hinzu, wie Drogensucht, Kriminalität und Prostitution [6].

Religion

Traditionell ist Kap Verde aufgrund des portugiesischen Einflusses ein katholisches Land. Ca. 80 % der Bevölkerung bekennen sich zum katholischen Glauben. Zunehmend etablieren sich auch protestantische Freikirchen (ca. 10 % der Bevölkerung), von denen die Nazarener am stärksten vertreten sind. Häufig anzutreffen sind auch die Tempel der "Racionalismo Cristão" [21].

       

Katholische Kirche in Vila do Maio                           Katholische Kirche in Praia                                     Kirche der Nazarener in Espargos

Gesundheit und Bildung

Zentralkrankenhäuser gibt es in den Städten Praia und Mindelo. In den größten Ortschaften, meist in den Inselhauptorten, haben die Regionalkrankenhäuser ein vergleichsweise gutes Niveau. In ländlichen Gebieten sichern Gesundheitszentren und -posten die medizinische Versorgung. Erstere sind mit mindestens einem Arzt besetzt, letztere mit mindestens einer Krankenschwester oder einem Krankenpfleger [21].

   

Regionalkrankenhaus in Ribeira Grande                  Grundschule Manta Velha

In Kap Verde herrscht eine 6-jährige allgemeine Schulpflicht. Aufgrund der hohen Geburtenrate, die aber mittlerweile rückläufig ist, gibt es zahlreiche Grundschulen auf relativ kleinem Raum. So gut wie alle Kinder gehen in die Schule. Die Zahl der Analphabeten ist seit der Unabhängigkeit stark gesunken und liegt heute unter 20 % der Bevölkerung. Bei den Teenagern liegt diese Zahl deutlich unter 5 % [21].

Alle Inseln haben mindestens ein Gymnasium (Liceu). Das Gymnasium wird von der 7. bis zur 12. Klasse absolviert und berechtigt zum Hochschulstudium. Die ersten Universitäten sind in Praia und Mindelo entstanden [21].