Cabo Verde - Kapverdische Inseln


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Klima

Winde und Klimaarten

Die Kapverden liegen in den atlantischen Randtropen und werden vom Nordostpassat beherrscht. Der Nordostpassat (über 80 % der Winde) bläst mit einer kontinuierlichen Windgeschwindigkeit von 4 bis 6 bft und führt keine regenreichen Luftmassen heran, sondern aufgrund der Nähe zum afrikanischen Kontinent trockene, warme Festlandsluft der Sahara. Dadurch herrscht des ganze Jahr relative Niederschlagsarmut [11].

Von August bis Oktober können auch feuchtwarme Luftmassen in den Einfluss des Passats kommen und zu Niederschlägen führen, die meist an wenigen Tagen oder sogar nur in wenigen Stunden fallen und oft den Niederschlag des ganzen Jahres darstellen. Nicht selten bleibt der Regen aber ganz aus [18].

Ein besonderer Wind ist der Harmattan (von den Einheimischen Bruma Seca genannt), ein heißer, trockener Wüstenwind, der in Westafrika, Oberguinea und Cabo Verde auftritt. Er bläst auf dem Archipel aus östlichen Richtungen in etwa um die Jahreswende und bringt den weißen Wüstenstaub aus der Sahara [5], [8].

In Ausnahmefälle können in manchen Jahren in den Sommermonaten südwestliche Monsunwinde die Inseln erreichen und zu Niederschlägen führen [11].

Eine Ausnahme stellt Santo Antão dar. Diese nördlichste Insel wird von Dezember bis Februar von Ausläufern aus nördlicheren Breiten kommender Zyklonen erreicht, was dem Nordteil der Insel reichlich Niederschläge beschert [5].

Aufgrund dieser auf dem Archipel auftretenden Winde weisen die drei flachen Inseln im Osten arides bis semiarides Klima auf. Auf den westlichen Gebirgsinseln bleiben die Wolken in den Bergen hängen, wodurch die Luv-Seiten humides Klima haben und die Lee-Seiten semiarid sind, in den Küstenlagen oft auch arid. Im Nordosten von Santo Antão (Ribeira do Paúl) herrscht perhumides Luvhang- und Höhenklima von 1.500 bis 4.000 mm Niederschlag und 10 humiden Monaten im Jahr [18].

      Der Passatgürtel

    Es gibt zwei Arten von Windsystemen. Winde, die durch das Zusammenwirken von Land und See entstehen, sind terrestrische Winde. Im Gegensatz dazu gibt es die planetarischen Winde, die durch die ungleiche Erwärmung der Äquator- und Polgebiete zustande kommen.

    Das „planetarische Windsystem“ ist bedingt durch die thermische Verteilung des Luftdrucks auf der Erde. In Bodennähe herrscht am Äquator der geringste und an den Polen der höchste Luftdruck. In höheren Schichten verhält es sich genau umgekehrt, da der Druck in warmer Luft mit der Höhe langsamer abnimmt, als in kalter. Auf einer sich nicht drehenden Erde würde die Luft somit in der Höhe zu den Polen strömen, dort herabsinken, in den unteren Schichten zum Äquator zurückströmen und dort wieder aufsteigen. Auf der rotierenden Erde werden die Winde jedoch abgelenkt, so dass die Luft auch von Ost nach West fließt.

    Über den Ozeanen sieht der planetarische Kreislauf so aus, dass in der Äquatorgegend ein ziemlich schmaler Gürtel niedrigen Luftdrucks mit schwachen, unbeständigen Winden von West nach Ost und häufigen Windstillen liegt: Der Kalmengürtel (auch Mallungen genannt). Von dieser Tiefdruckrinne nimmt der Luftdruck nach Norden und auch nach Süden hin zu. In 25-35° Breite liegen die Zonen hohen Drucks, die subtropischen Hochdruckgürtel oder Rossbreiten. Zwischen Rossbreiten und Mallungen wehen die Passate zum Äquator hin. Infolge der Ablenkung durch die Erddrehung weht auf der Nordhalbkugel der Nordostpassat und auf der Südhalbkugel der Südostpassat (Passatkreislauf) [9].

     

Temperaturen

Die Temperaturen auf dem Archipel schwanken im Jahresverlauf nur wenig und liegen auf Meereshöhe etwa bei einem Jahresmittel von 25 °C. Am kühlsten wird es im Januar und Februar (Mittelwert: 21°C), wärmste Monate sind September und Oktober (27 °C). Auch die Unterschiede von Tag- und Nachttemperaturen sind gering [5].

Die Temperaturen auf den Barlavento-Inseln sind im Durchschnitt etwas niedriger als auf den Sotavento-Inseln. Die heißesten Inseln sind Fogo und Santiago. Mit zunehmender Höhe sinken die Temperaturen. Die Caldeira des Pico de Fogo hat etwa ein Jahresmittel von 16 °C [5].

 

Hydrologie

Allgemein ist für die Kapverden zu sagen, dass ein Niederschlagsdefizit herrscht. Nur die Luvseiten der Gebirgsinseln, insbesondere Santo Antão und Fogo haben ausreichend Niederschlag. Durch die trockene und warme Luft ist die Verdunstung besonders hoch.

Die Kapverden haben aufgrund ihrer Morphologie sehr kleine Einzugsgebiete, die auf den westlichen Inseln zudem noch steile Gefälle besitzen. Die seltenen Niederschläge kommen so sehr schnell zum Abfluss. Das bedeutet, dass bei kurzem heftigen Regen sehr schnell kurzzeitige Hochwasser auftreten, die in Form einer Flutwelle alles mitreißen können. Der ausgetrocknete Boden kann obendrein das Wasser nicht halten, und auch die karge Vegetation wirkt nur wenig abflusshemmend.