Literatur
Anfänge der Literatur gab es nach der Besiedlung der Insel
auf São Nicolau im dortigen Priesterseminar. Schreiben und lesen konnten aber
nur die Kolonialherren. Erst sehr viel später entwickelte sich spärlich
sozialkritische Literatur von Einheimischen. Bekanntester Dichter ist der in der
Zeit um 1900 publizierende Nationalheld Eugénio Tavares. Er schrieb vor allem
Gedichte, die auch zu Morna-Liedern wurden. Die bekannteste Morna von Tavares „Hora
di Bai“ („Stunde des Abschieds“) wird auch heute noch bei verschiedenen
Musikabenden als letztes Lied gespielt. Früher verabschiedeten sich Familien am
Hafen von ihren Angehörigen, die mit dem Schiff in die Ferne zogen, mit diesem
Lied [5].
Kapverdische Literatur, die in die deutsche Sprache übersetzt
wurde, ist sehr selten. Ein Buch, dass es auch in Deutschland zu kaufen gibt,
ist der Roman von Germano Almeida „Das Testament des Herrn Napumoceno“
(Originaltitel: „O Testamento do Sr. Napumoceno da Silva Araújo“)
[5]. Dort geht es
um ein Testament eines reichen Herrn aus Mindelo, das beim Verlesen einige
Überraschungen über sein Leben zutage fördert, wie etwa eine uneheliche Tochter.
Ein zweites in deutscher Sprache erschienenes Buch sind die
"Kapverdischen Erzählungen", die von Helga Ahrens und Margret Ammann im
IKO-Verlag für Interkulturelle Kommunikation Frankfurt 1994 herausgegeben
wurden
[5].
Kunsthandwerk
Das wichtigste Zentrum für Kunsthandwerk ist die Stadt
Mindelo. Dort gibt es etliche Ateliers und Kunstzentren. Für Kap Verde typisch
sind farbenfrohe gewebte Wandteppiche und Gemälde. Häufig findet man auch Batik
und Holzschnitzereien. Auf Santiago und auf den östlichen Inseln werden Keramik
und Töpferwaren hergestellt.
In Souvenir-Läden stammt vieles vom westafrikanischen
Festland, z.B. Schnitzereien, Ringe und Ketten. Diese werden auch von
Straßenhändlern angeboten, die meist aus dem Senegal kommen.
| Cesaria
Evora |
Teofilo
Chantre |
Tito
Paris |
Cordas
do Sol |
Cape
Verde |
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 |
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Voz d´Amor |
Azulando |
Graça de tchega |
Terra de Sodade |
Sampler
(Putumayo) |
Die Kapverdische Musik ist der stärkste kulturelle
Ausdruck der Bevölkerung und beinhaltet portugiesische, afrikanische und
brasilianische Elemente, wodurch sich die Mischung der Kreolen, deren
Vorfahren Europäer und Westafrikaner sind, aber auch die Verwandtschaft
mit der brasilianischen Kultur widerspiegelt. Es ist aber durch die
Kombination der verschiedenen Musikstile eine ganz eigenständige Kunstform
entstanden.
Durch die Emigration zahlreicher Kapverdier nach
Amerika oder Europa – aber auch die Isolation der auf den kargen Inseln
Zurückgebliebenen – hat sich ein ganz eigenes Gefühl der Sehnsucht
entwickelt, das sich permanent durch die Kapverdische Literatur und Musik
zieht. Auf den Kapverden wird dieses Gefühl Sodade genannt, und
stellt diese bittersüße Empfindung zwischen Nostalgie, Sehnsucht und dem
Vermissen von Heimat und Liebe dar, das jeder wohl schon einmal hatte.
Der bedeutendste Kapverdische Musikstil ist die
Morna, die schleppend und langsam ist und deren in Moll komponierte
Melodien nachdenklich klingen. Die Texte sind vollendete Gedichte voller
Metapher von Verlangen, Sehnsucht und Einsamkeit. Ein wenig an den
portugiesischen Fado erinnernd, entwickelte sich die Morna
schon vor sehr langer Zeit, so dass der Ursprung des Namens nicht genau
bekannt ist. Manche glauben, dass dieser von der Modinha, die im
18. Jahrhundert in Brasilien populär war, abgeleitet wurde, andere
vermuten, dass Morna vom englischen Wort „mourn“ (trauern, klagen)
kommt, das englische Seeleute dieser Musik in den Hafenkneipen von Mindelo
gaben. Einige Forscher meinen aber auch, dass Fado und Morna
beide von Liedern von Sklaven aus São Tomé und Príncipe entstanden.
Da Kapverdier eigentlich keine traurigen und
depressiven Menschen sind und auch gern feiern und tanzen, gibt es
natürlich auch schnellere und fröhlichere Musikformen. Die Coladera
ist Tanzmusik, die sich aus der Morna entwickelt hat, ist aber viel
rhythmischer. Coladera ist beeinflusst vom karibischen Zouk
sowie von der brasilianischen Samba, so dass sehr oft auch Hörner
und Keyboard-Klänge zu hören sind.
Die dritte wichtige Musikform wird Funaná
genannt und hat tiefe afrikanische Wurzeln. Funaná ist schnelle und
galoppierende Musik, die viel schneller und rhythmischer ist als
Coladera und wird traditionell mit Akkordeon und Ferrinho
(einem metallenen Schlaginstrument, auf dem mit einer Art Messer gekratzt
wird) gespielt, wodurch ein rhythmischer und kratzender Klang entsteht. In
den letzten Jahren wurden auch verstärkt Synthesizer eingesetzt, auch
fanden Elemente des Jazz, der karibischen Musik und des Rock Einzug in
diesen Musikstil. Während der Kolonialzeit war Funaná von den
Portugiesen verboten, da diese Musik oft benutzt wurde, um den Frust auf
das System in die Texte einfließen zu lassen. Funaná wird sehr eng
getanzt und wirkt daher sehr erotisch.
Andere Musikrichtungen sind nicht so bekannt wie die
drei beschriebenen und sind oft nur auf eine spezielle Insel beschränkt.
Zu erwähnen wären Danse, Finaçon und Batuco.
Die bekannteste Künstlerin ist
Cesaria Evora, die ihre
Karriere in den Hafenkneipen von Mindelo begann und Interpretin von
Mornas und Coladera ist. Cesaria ist mittlerweile weltbekannt
und gibt Konzerte auch in Amerika und Europa. Andere bekannte Interpreten
sind Bana, Teofilo Chantre,
Simentera, Bau,
Amandio Cabral,
Boy Gé Mendes und
Tito Paris. Momentan (2006) sehr
erfolgreich sind die Sängerinnen Lura und
Mayra Andrade.
Popmusik
(Quelle: z. T. Putumayo World Musik)
Bei den jungen Leuten, die ja in Cabo Verde die Mehrheit der Bevölkerung
darstellen, ist die moderne elektronische Discomusik äußerst populär.
Auf den Kapverden hat vor allem der Zouk den größten Einfluss in der
kommerziellen Musik. Zouk begegnet einem auf dem Archipel überall: im
Radio, im Taxi, auf der Straße, in den Discos, am Strand.
Zouk stammt von den französischen Karibik-Inseln Martinique und
Guadeloupe. Mitte der 1980er Jahre machte die Band Kassav diese Musik
über die Karibik hinaus bekannt. Seitdem hat sich Zouk als neues Genre
der Popmusik in vielen Staaten West- und Zentralafrikas sowie in
Südamerika und der Karibik etabliert. Die Einflüsse des Zouk reichen von
der traditionellen Musik der Antillen bis zum Funk.
Der bekannteste Zouk-Künstler Cabo Verdes ist der Komponist und
Keyboarder
Djoy Delgado,
der u.a. auch Mitglied von Splash, der
bekanntesten und erfolgreichsten Pop-Gruppe des Landes, ist. Er
produziert außerdem Solokünstler wie
Marizia, Dina Medina, Grace Évora, Nana, Dino Oliveira u.a. und ist für
zahlreiche Kapverdische Hits verantwortlich.
Essen & Trinken
Am besten isst man in Kapverdischen Restaurants Fischgerichte (peixe)
oder Hähnchen (frango). Wichtigster Fisch ist der Thunfisch (atum),
der hauptsächlich als Thunfisch-Steak (bife de atum) angeboten
wird. Weitere wichtige und sehr leckere Fischsorten sind Schwertfisch (serra)
und Barsch (garoupa). Als Beilagen werden häufig Pommes Frites (batatas
fritas) und/oder Reis (arroz) serviert.
Teurer, aber erschwinglich sind Languste (lagosta) und Garnelen (gambas).
Weitere Meeresfrüchte sind Tintenfisch (polvo), Pfahlmuscheln (lapas)
und Muscheln (búzio).
Traditionell werden von den Kapverdiern vor allem Gerichte aus Mais und
Bohnen gegessen. Das typische Kapverdische Gericht ist die Cachupa,
eine Art Eintopf aus gestampften Mais und Bohnen (Kongobohnen) und
verschiedenen Zutaten. Häufig gibt es auch Feijoada, einen
brasilianischen Bohneneintopf, oder Kichererbsen mit bestimmten Zutaten
wie bspw. Thunfisch. Als Beilagen findet man oft Süßkartoffeln, Maniok, Yam, europäische Kartoffeln oder Bananen.
Ein typisches und leckeres Dessert ist Doce de Papaia mit
Ziegenkäse (Papaya-Marmelade mit Ziegenkäse). Einheimische Früchte, die
häufig zum Nachtisch gereicht werden sind Papaya (papaia), Mango
(manga), Banane (banana) oder Guave (goiaba).
Zum Frühstück gibt es gewöhnlich Kaffee, der entweder aus dem Anbau der
Inseln Santo Antão oder Fogo stammt oder aus Brasilien importiert
worden ist. Der Kaffee von Fogo gilt als besonders gut und ist sehr
begehrt. Brot (pão) ist eher mit zu groß geratenen Brötchen zu
vergleichen. Dazu gibt es oft Ziegenkäse oder Doce de Papaia. Häufig
wird morgens Spiegelei, Rührei oder Omelette serviert.
Von den alkoholischen Getränken wird im Land (vor allem auf Santo Antão
und São Nicolau) Grogue, eine Art Rum, produziert. Aus Grogue und
Zuckerrohr-Melasse wird Ponche (bzw. ponche de mel), eine
Art Likör hergestellt. Diesen gibt es auch mit diversen anderen Zutaten,
bspw. mit Kokos (ponche de coco).
Wein wird nur in der Caldeira des Pico de Fogo angebaut. Fogo-Wein
schmeckt sehr fruchtig und ist empfehlenswert. Andere Weine werden meist aus
Portugal importiert (Rotwein, Vinho Verde). Auch Bier kommt größtenteils
aus Portugal (Sagres, Superbock). Die einheimische Marke Strela wird in
der Hauptstadt Praia gebraut.
Von den alkoholfreien Getränken sind die
importierten Mango- und Guavensäfte besonders lecker. Importiert werden
auch Limonaden, Cola und Mineralwasser.