Cabo Verde - Kapverdische Inseln


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Menschen und Kultur

Sprache

Die amtliche Sprache der Kapverden ist Portugiesisch, doch gesprochen wird das Kreolische (creolo), eine Abwandlung der portugiesischen Sprache, die sich beim Entstehen der Kreolischen Kultur aus der portugiesischen Muttersprache und dem Einfluss verschiedener afrikanischer Sprachen entwickelt hat. Es gibt in Kap Verde nicht "das Kreolische", sondern es existieren zwischen den Inseln diverse Unterschiede [11].

Literatur

Anfänge der Literatur gab es nach der Besiedlung der Insel auf São Nicolau im dortigen Priesterseminar. Schreiben und lesen konnten aber nur die Kolonialherren. Erst sehr viel später entwickelte sich spärlich sozialkritische Literatur von Einheimischen. Bekanntester Dichter ist der in der Zeit um 1900 publizierende Nationalheld Eugénio Tavares. Er schrieb vor allem Gedichte, die auch zu Morna-Liedern wurden. Die bekannteste Morna von Tavares „Hora di Bai“ („Stunde des Abschieds“) wird auch heute noch bei verschiedenen Musikabenden als letztes Lied gespielt. Früher verabschiedeten sich Familien am Hafen von ihren Angehörigen, die mit dem Schiff in die Ferne zogen, mit diesem Lied [5].

Kapverdische Literatur, die in die deutsche Sprache übersetzt wurde, ist sehr selten. Ein Buch, dass es auch in Deutschland zu kaufen gibt, ist der Roman von Germano Almeida „Das Testament des Herrn Napumoceno“ (Originaltitel: „O Testamento do Sr. Napumoceno da Silva Araújo“)  [5]. Dort geht es um ein Testament eines reichen Herrn aus Mindelo, das beim Verlesen einige Überraschungen über sein Leben zutage fördert, wie etwa eine uneheliche Tochter.

Ein zweites in deutscher Sprache erschienenes Buch sind die "Kapverdischen Erzählungen", die von Helga Ahrens und Margret Ammann im IKO-Verlag für Interkulturelle Kommunikation Frankfurt 1994 herausgegeben wurden [5].

Kunsthandwerk

Das wichtigste Zentrum für Kunsthandwerk ist die Stadt Mindelo. Dort gibt es etliche Ateliers und Kunstzentren. Für Kap Verde typisch sind farbenfrohe gewebte Wandteppiche und Gemälde. Häufig findet man auch Batik und Holzschnitzereien. Auf Santiago und auf den östlichen Inseln werden Keramik und Töpferwaren hergestellt.

In Souvenir-Läden stammt vieles vom westafrikanischen Festland, z.B. Schnitzereien, Ringe und Ketten. Diese werden auch von Straßenhändlern angeboten, die meist aus dem Senegal kommen.

Musik
 Cesaria Evora  Teofilo Chantre  Tito Paris  Cordas do Sol  Cape Verde

 Voz d´Amor  Azulando  Graça de tchega  Terra de Sodade  Sampler (Putumayo)
  • Traditionelle Musik
    (Quelle Putumayo World Musik)

    Die Kapverdische Musik ist der stärkste kulturelle Ausdruck der Bevölkerung und beinhaltet portugiesische, afrikanische und brasilianische Elemente, wodurch sich die Mischung der Kreolen, deren Vorfahren Europäer und Westafrikaner sind, aber auch die Verwandtschaft mit der brasilianischen Kultur widerspiegelt. Es ist aber durch die Kombination der verschiedenen Musikstile eine ganz eigenständige Kunstform entstanden.

    Durch die Emigration zahlreicher Kapverdier nach Amerika oder Europa – aber auch die Isolation der auf den kargen Inseln Zurückgebliebenen – hat sich ein ganz eigenes Gefühl der Sehnsucht entwickelt, das sich permanent durch die Kapverdische Literatur und Musik zieht. Auf den Kapverden wird dieses Gefühl Sodade genannt, und stellt diese bittersüße Empfindung zwischen Nostalgie, Sehnsucht und dem Vermissen von Heimat und Liebe dar, das jeder wohl schon einmal hatte.

    Der bedeutendste Kapverdische Musikstil ist die Morna, die schleppend und langsam ist und deren in Moll komponierte Melodien nachdenklich klingen. Die Texte sind vollendete Gedichte  voller Metapher von Verlangen, Sehnsucht und Einsamkeit. Ein wenig an den portugiesischen Fado erinnernd, entwickelte sich die Morna schon vor sehr langer Zeit, so dass der Ursprung des Namens nicht genau bekannt ist. Manche glauben, dass dieser von der Modinha, die im 18. Jahrhundert in Brasilien populär war, abgeleitet wurde, andere vermuten, dass Morna vom englischen Wort „mourn“ (trauern, klagen) kommt, das englische Seeleute dieser Musik in den Hafenkneipen von Mindelo gaben. Einige Forscher meinen aber auch, dass Fado und Morna beide von Liedern von Sklaven aus São Tomé und Príncipe entstanden.

    Da Kapverdier eigentlich keine traurigen und depressiven Menschen sind und auch gern feiern und tanzen, gibt es natürlich auch schnellere und fröhlichere Musikformen. Die Coladera ist Tanzmusik, die sich aus der Morna entwickelt hat, ist aber viel rhythmischer. Coladera ist beeinflusst vom karibischen Zouk sowie von der brasilianischen Samba, so dass sehr oft auch Hörner und Keyboard-Klänge zu hören sind.

    Die dritte wichtige Musikform wird Funaná genannt und hat tiefe afrikanische Wurzeln. Funaná ist schnelle und galoppierende Musik, die viel schneller und rhythmischer ist als Coladera und wird traditionell mit Akkordeon und Ferrinho (einem metallenen Schlaginstrument, auf dem mit einer Art Messer gekratzt wird) gespielt, wodurch ein rhythmischer und kratzender Klang entsteht. In den letzten Jahren wurden auch verstärkt Synthesizer eingesetzt, auch fanden Elemente des Jazz, der karibischen Musik und des Rock Einzug in diesen Musikstil. Während der Kolonialzeit war Funaná von den Portugiesen verboten, da diese Musik oft benutzt wurde, um den Frust auf das System in die Texte einfließen zu lassen. Funaná wird sehr eng getanzt und wirkt daher sehr erotisch.

    Andere Musikrichtungen sind nicht so bekannt wie die drei beschriebenen und sind oft nur auf eine spezielle Insel beschränkt. Zu erwähnen wären Danse, Finaçon und Batuco.

    Die bekannteste Künstlerin ist Cesaria Evora, die ihre Karriere in den Hafenkneipen von Mindelo begann und Interpretin von Mornas und Coladera ist. Cesaria ist mittlerweile weltbekannt und gibt Konzerte auch in Amerika und Europa. Andere bekannte Interpreten sind Bana, Teofilo Chantre, Simentera, Bau, Amandio Cabral, Boy Gé Mendes und Tito Paris. Momentan (2006) sehr erfolgreich sind die Sängerinnen Lura und Mayra Andrade.

     

  • Popmusik

    (Quelle: z. T.  Putumayo World Musik)

    Bei den jungen Leuten, die ja in Cabo Verde die Mehrheit der Bevölkerung darstellen, ist die moderne elektronische Discomusik äußerst populär. Auf den Kapverden hat vor allem der Zouk den größten Einfluss in der kommerziellen Musik. Zouk begegnet einem auf dem Archipel überall: im Radio, im Taxi, auf der Straße, in den Discos, am Strand.

    Zouk stammt von den französischen Karibik-Inseln Martinique und Guadeloupe. Mitte der 1980er Jahre machte die Band Kassav diese Musik über die Karibik hinaus bekannt. Seitdem hat sich Zouk als neues Genre der Popmusik in vielen Staaten West- und Zentralafrikas sowie in Südamerika und der Karibik etabliert. Die Einflüsse des Zouk reichen von der traditionellen Musik der Antillen bis zum Funk.

    Der bekannteste Zouk-Künstler Cabo Verdes ist der Komponist und Keyboarder Djoy Delgado, der u.a. auch Mitglied von Splash, der bekanntesten und erfolgreichsten Pop-Gruppe des Landes, ist. Er produziert außerdem Solokünstler wie Marizia, Dina Medina, Grace Évora, Nana, Dino Oliveira u.a. und ist für zahlreiche Kapverdische Hits verantwortlich.

Essen & Trinken

Am besten isst man in Kapverdischen Restaurants Fischgerichte (peixe) oder Hähnchen (frango). Wichtigster Fisch ist der Thunfisch (atum), der hauptsächlich als Thunfisch-Steak (bife de atum) angeboten wird. Weitere wichtige und sehr leckere Fischsorten sind Schwertfisch (serra) und Barsch (garoupa). Als Beilagen werden häufig Pommes Frites (batatas fritas) und/oder Reis (arroz) serviert.

Teurer, aber erschwinglich sind Languste (lagosta) und Garnelen (gambas). Weitere Meeresfrüchte sind Tintenfisch (polvo), Pfahlmuscheln (lapas) und Muscheln (búzio).

Traditionell werden von den Kapverdiern vor allem Gerichte aus Mais und Bohnen gegessen. Das typische Kapverdische Gericht ist die Cachupa, eine Art Eintopf aus gestampften Mais und Bohnen (Kongobohnen) und verschiedenen Zutaten. Häufig gibt es auch Feijoada, einen brasilianischen Bohneneintopf, oder Kichererbsen mit bestimmten Zutaten wie bspw. Thunfisch. Als Beilagen findet man oft Süßkartoffeln, Maniok, Yam, europäische Kartoffeln oder Bananen.

Ein typisches und leckeres Dessert ist Doce de Papaia mit Ziegenkäse (Papaya-Marmelade mit Ziegenkäse). Einheimische Früchte, die häufig zum Nachtisch gereicht werden sind Papaya (papaia), Mango (manga), Banane (banana) oder Guave (goiaba).

Zum Frühstück gibt es gewöhnlich Kaffee, der entweder aus dem Anbau der Inseln Santo Antão oder Fogo stammt oder aus Brasilien importiert worden ist. Der Kaffee von Fogo gilt als besonders gut und ist sehr begehrt. Brot (pão) ist eher mit zu groß geratenen Brötchen zu vergleichen. Dazu gibt es oft Ziegenkäse oder Doce de Papaia. Häufig wird morgens Spiegelei, Rührei oder Omelette serviert.

Von den alkoholischen Getränken wird im Land (vor allem auf Santo Antão und São Nicolau) Grogue, eine Art Rum, produziert. Aus Grogue und Zuckerrohr-Melasse wird Ponche (bzw. ponche de mel), eine Art Likör hergestellt. Diesen gibt es auch mit diversen anderen Zutaten, bspw. mit Kokos (ponche de coco).

Wein wird nur in der Caldeira des Pico de Fogo angebaut. Fogo-Wein schmeckt sehr fruchtig und ist empfehlenswert. Andere Weine werden meist aus Portugal importiert (Rotwein, Vinho Verde). Auch Bier kommt größtenteils aus Portugal (Sagres, Superbock). Die einheimische Marke Strela wird in der Hauptstadt Praia gebraut.

Von den alkoholfreien Getränken sind die importierten Mango- und Guavensäfte besonders lecker. Importiert werden auch Limonaden, Cola und Mineralwasser.