Cabo Verde - Kapverdische Inseln


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Die Musik der Kapverden

Traditionelle Musik
(Quelle Putumayo World Musik)

Die Kapverdische Musik ist der stärkste kulturelle Ausdruck der Bevölkerung und beinhaltet portugiesische, afrikanische und brasilianische Elemente, wodurch sich die Mischung der Kreolen, deren Vorfahren Europäer und Westafrikaner sind, aber auch die Verwandtschaft mit der brasilianischen Kultur widerspiegelt. Es ist aber durch die Kombination der verschiedenen Musikstile eine ganz eigenständige Kunstform entstanden.

Durch die Emigration zahlreicher Kapverdier nach Amerika oder Europa – aber auch die Isolation der auf den kargen Inseln Zurückgebliebenen – hat sich ein ganz eigenes Gefühl der Sehnsucht entwickelt, das sich permanent durch die Kapverdische Literatur und Musik zieht. Auf den Kapverden wird dieses Gefühl Sodade genannt, und stellt diese bittersüße Empfindung zwischen Nostalgie, Sehnsucht und dem Vermissen von Heimat und Liebe dar, das jeder wohl schon einmal hatte.

Der bedeutendste Kapverdische Musikstil ist die Morna, die schleppend und langsam ist und deren in Moll komponierte Melodien nachdenklich klingen. Die Texte sind vollendete Gedichte  voller Metapher von Verlangen, Sehnsucht und Einsamkeit. Ein wenig an den portugiesischen Fado erinnernd, entwickelte sich die Morna schon vor sehr langer Zeit, so dass der Ursprung des Namens nicht genau bekannt ist. Manche glauben, dass dieser von der Modinha, die im 18. Jahrhundert in Brasilien populär war, abgeleitet wurde, andere vermuten, dass Morna vom englischen Wort „mourn“ (trauern, klagen) kommt, das englische Seeleute dieser Musik in den Hafenkneipen von Mindelo gaben. Einige Forscher meinen aber auch, dass Fado und Morna beide von Liedern von Sklaven aus São Tomé und Príncipe entstanden.

Da die Kapverdier auch gern feiern und tanzen, gibt es natürlich auch schnellere und fröhlichere Musikformen. Die Coladera ist Tanzmusik, die sich aus der Morna entwickelt hat, ist aber viel rhythmischer. Coladera ist beeinflusst vom karibischen Zouk sowie von der brasilianischen Samba, so dass sehr oft auch Hörner und Keyboard-Klänge zu hören sind.

Die dritte wichtige Musikform wird Funaná genannt und hat tiefe afrikanische Wurzeln. Funaná ist schnelle und galoppierende Musik, die viel schneller und rhythmischer ist als Coladera und wird traditionell mit Akkordeon und Ferrinho (einem metallenen Schlaginstrument, auf dem mit einer Art Messer gekratzt wird) gespielt, wodurch ein rhythmischer und kratzender Klang entsteht. In den letzten Jahren wurden auch verstärkt Synthesizer eingesetzt, auch fanden Elemente des Jazz, der karibischen Musik und des Rock Einzug in diesen Musikstil. Während der Kolonialzeit war Funaná von den Portugiesen verboten, da diese Musik oft benutzt wurde, um den Frust auf das System in die Texte einfließen zu lassen. Funaná wird sehr eng getanzt und wirkt daher sehr erotisch.

Andere Musikrichtungen sind nicht so bekannt wie die drei beschriebenen und sind oft nur auf eine spezielle Insel beschränkt. Zu erwähnen wären Danse, Finaçon und Batuco.

 

Popmusik
(Quelle z.T. Putumayo World Musik)

Bei den jungen Leuten, die ja in Cabo Verde die Mehrheit der Bevölkerung darstellen, ist die moderne elektronische Discomusik äußerst populär. Auf den Kapverden hat vor allem der Zouk den größten Einfluss in der kommerziellen Musik. Zouk begegnet einem auf dem Archipel überall: im Radio, im Taxi, auf der Straße, in den Discos, am Strand.

Zouk stammt von den französischen Karibik-Inseln Martinique und Guadeloupe. Mitte der 1980er Jahre machte die Band Kassav diese Musik über die Karibik hinaus bekannt. Seitdem hat sich Zouk als neues Genre der Popmusik in vielen Staaten West- und Zentralafrikas sowie in Südamerika und der Karibik etabliert.

Die Gruppe Kassav, benannt nach einem bekannten karibischen Gericht, wurde von den Brüdern Pierre-Edouard und Georges Décimus sowie Jacob Desvarieux auf Guadeloupe gegründet und nutzte seit Anfang der 1980er Jahre die neueste Studiotechnik aus Paris und entwickelte einen neuen Sound. Dieser Sound entstand durch eine Mischung aus karibischen Musikstilen wie Compas, Reggae, Salsa u.a. mit Folk-Rhythmen von Martinique und Guadeloupe wie etwa Belé und Ti-bwa und ist heute als Zouk bekannt. Innerhalb kurzer Zeit wurde Kassav zu einer der erfolgreichsten Gruppen in der Karibik und in Frankreich.

Das Wort Zouk bedeutet "Fest", "Feier" und kommt aus dem Kreolischen der französischen Antillen (nicht zu verwechseln mit dem auf dem Portugiesischen basierenden Kapverdischen Kreolisch).